Gedenken zum Tag der Bücherverbrennung 10. Mai 1933    

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Auch Erich Kästner war einer der Autoren, dessen Bücher verbrannt wurden.
Er erlaubte sich persönlich bei der Bücherverbrennung dabei zu sein.
Er verbarg sich allerdings in der Menschenmenge:
”Und im Jahre 1933 wurden meine Bücher in Berlin, auf dem großen Platz
neben der Staatsoper, von einem gewissen Herrn Goebbels mit düster
feierlichem Pomp verbrannt. Vierundzwanzig deutsche Schriftsteller,
die symbolisch für immer ausgetilgt werden sollten, rief er triumphierend
bei Namen. Ich war der einzige der Vierundzwanzig, der persönlich
erschienen war, um dieser theatralischen Frechheit beizuwohnen.
Ich stand vor der Universität, eingekeilt zwischen Studenten in SA-Uniform,
den Blüten der Nation, sah unsere Bücher in die zuckenden Flammen fliegen
und hörte die schmalzigen Tiraden des kleinen abgefeimten Lügners.
Begräbniswetter hing über der Stadt.
Plötzlich rief eine schrille Frauenstimme: "Dort steht ja Kästner!"
Eine junge Kabarettistin, die sich mit einem Kollegen durch die Menge
zwängte hatte mich stehen sehen und ihrer Verblüffung übertrieben
laut Ausdruck verliehen."
Siehe: Erich Kästner: Bei Durchsicht meiner Bücher

Zu Beginn der zwei Projekttage sahen wir uns den Film "Die Brücke" von Bernhard Wicki
zuende an. Wir haben den Film im Politikunterricht im Rahmen der Unterrichtseinheit
"Jugend unter Hitler" begonnen. Im Film wird das schreckliche und sinnlose Ende des
Krieges für eine Gruppe von Jugendlichen gezeigt, die noch in den letzten Tagen des
2. Weltkrieges in den Krieg ziehen, und eine unbedeutende Brücke verteidigen.
Ausgehend vom Ende der nationalsozialistischen Herrschaft beschäftigten wir uns
dann wieder mit dem Anfang.
Die "Bücherverbrennung" am 10. 5. 1933 stand am Beginn dieser Entwicklung.
Zunächst beschäftigte uns die Frage, welche Rolle Bücher spielen können:
  • welche Bücher lasen unsere Großeltern und Eltern,
    welche Bücher lesen wir heute?

  • Was waren ihre Lieblingsbücher, was sind unsere Lieblingsbücher?
    Wie wichtig sind uns Bücher?

  • Was bedeutet es, wenn Bücher verbrannt werden?

Dann ging es um die Vorgänge am 10. 5. 1933 und danach.
Was beinhalteten die "Schwarzen Listen"?
Um welche Schriftsteller ging es?
Was haben sie geschrieben?
Warum wollte man diese Bücher vernichten?
Wie reagierten die betroffenen Schriftsteller?
Aus Lexika suchten wir Informationen über einige der Schriftsteller heraus,
die von der Bücherverbrennung betroffen waren.
Dann bauten wir den "Scheiterhaufen". Er soll die Schüler, die ihn betrachten,
anregen, über das Thema nachzudenken und nachzufragen!
Die Liste der Schriftsteller ist nicht vollständig.
Der 10. 5. 1933 war nur der Anfang.
Die Verbrennung von Büchern und die Verbannung von Künstlern und
Schriftstellern ging in der Folgezeit weiter.

Zu den Listen 

Quellen:
"Die Bücherverbrennung 10. Mai 1933"
eine Dokumentation von Gerhard Sauder
Büchergilde Gutenberg Frankfurt/M. 1983.

"Die verbrannten Dichter" zum Klappentext:

von Jürgen Serke
Verlag Beltz & Gelberg 1979