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Im alten Griechenland (Olympien) wurden über ein Jahrtausend lang alle 4 Jahre zu Ehren des Zeus sportliche Wettkämpfe ausgetragen, deren Ursprung bis weit in vorgeschichtliche Zeiten zurückreicht. 393 n. Chr. wurden dann die Spiele durch Kaiser Theodosius als "heidnische Feste" verboten. Es gab Kämpfe im Laufen (Kurz- und Langstreckenläufe), im Fünfkampf (Pentathlon: Lauf, Weitsprung, Speerwurf, Diskuswurf, Ringen), im Allkampf (Pankration: Ringen und Faustkampf), im Pferde- und Wagenrennen und jeweils am letzten Tag hatten Dichter und Philosophen Gelegenheit, ihre Werke vorzulesen.

Die Olympischen Spiele der Neuzeit wurden dann durch Baron Pierre de Coubertin ins Leben gerufen, der 1894 einen internationalen Kongress nach Paris einberief. Dieser gründete das Internationale Olympische Komitee und beschloss, die Olympischen Spiele "in modernisierter Gestalt, aber unter möglichster Annäherung an die Antike und auf internationaler Grundlage" wieder einzuführen. Die ersten Olympischen Spiele fanden, natürlich aus alter Tradition 1896 in Athen statt; seitdem alle 4 Jahre (mit Unterbrechungen 1916 und 1940-1944 wegen der Weltkriege). Seit 1924 gibt es auch Olympische Winterspiele*, die im gleichen Jahr wie die Sommerspiele durchgeführt werden (ab 1994 alle vier Jahre zwischen den Sommerspielen). Zuerst nahmen nur Männer an den Spielen teil, Frauenwettbewerbe gibt es erst seit 1900 (bis 1924) im Tennis, seit 1908 im Eiskunstlauf, seit 1912 im Schwimmen, seit 1924 im Fechten, seit 1928 in der Leichtathletik und im Turnen, seit 1936 im Skilauf. Vorübergehend waren olympisch: Tennis (1896-1924, wieder seit 1988), Rugby (1900-1924), Golf (1900-1904), Polo (1908-1936), Motorbootrennen (1908) und Kunstwettbewerbe (1912-1948).

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) bestimmt zu gegebener Zeit (6 bis 7 Jahre vorher) nach eigenem Ermessen den jeweiligen Ort für die Feier der Olympischen Spiele. Die Olympischen Spiele werden immer nur an eine Stadt, nicht an ein Land vergeben. Jedoch haben sich die so auch betroffenen Länder jeweils die Spiele politisch zu Nutze gemacht. Nach den Bestimmungen ist das Nationale Olympische Komitee für die Durchführung der Spiele verantwortlich. Folgende Sportarten müssen vertreten sein: Leichtathletik, Turnen, Kampfsport, Wassersport, Reitsport, Fünfkampf. Seit 1991 stehen 26 Sportarten auf der Liste des erlaubten Programms: Badminton, Baseball, Basketball, Bogenschießen, Boxen, Fechten, Fußball, Gewichtheben, Handball, Hockey, Judo, Kanu, Leichtathletik, Moderner Fünfkampf, Radfahren, Reiten, Ringen, Rudern, Schießen, Schwimmen (einschließlich Wasserball und Wasserspringen), Segeln, Softball, Tennis, Tischtennis, Turnen und Volleyball. Bei den Winterspielen: Eislaufen (Kunst- und Schnelllaufen, einschließlich Eistanz), Skilaufen (alpine und nordische Wettbewerbe, einschließlich Biathlon), Eishockey, Curling, Bob- und Rodelrennen. - Zur Teilnahme an Olympischen Spielen waren früher nur Amateure zugelassen, seit den 1980er Jahren wurden die Zulassungsbestimmungen vom IOC liberalisiert.
 

Sommerspiele
 
Winterspiele
I. 1896 Athen
(245 Sportler,
14 Länder
)
II. 1900 Paris
(Weltausstellung -
Dauer 162 Tage)
III. 1904 St. Louis
(erstmalig
Medaillen)
IV. 1908 London
(1. Dopingfall)
V. 1912 Stockholm
(1. Zielfoto)
VI. 1916 Berlin
(ausgefallen)
VII. 1920 Antwerpen
(Olympischer Eid)
VIII. 1924 Paris
(1. Rundfunk-
übertragung)
I. 1924 Chamonix
IX. 1928 Amsterdam
(1. Olympisches
Feuer)
II. 1928 St. Moritz
X. 1932 Los Angeles
(39 Weltrekorde)
III. 1932 Lake Placid
XI. 1936 Berlin
(1. Olympischer
Fackellauf und
Fernsehpremiere)
IV. 1936 Garmisch-Partenkirchen
XII. 1940 Tokio
(ausgefallen)
XIII. 1944 London
(ausgefallen)
XIV. 1948 London
(Deutschland und
Japan dürfen nicht
teilnehmen)
V. 1948 St. Moritz
XV. 1952 Helsinki
(Nurmi und Zatopek)
VI. 1952 Oslo
XVI. 1956 Melbourne und
Stockholm (nur Reiten)
(gesamtdeutsche
Mannschaft)
VII. 1956 Cortina d'Ampezzo
XVII. 1960 Rom
(Armin Hary -
100 m-Lauf in 10 sec.)
VIII. 1960 Squaw Valley
XVIII. 1964 Tokio
(Ausschluss Südafrika)
IX. 1964 Innsbruck
XIX. 1968 Ciudad de México
(Weitsprung 8,90 m,
Fosbury-Flop)
X. 1968 Grenoble
XX. 1972 München
(Brundage: "The games
must go on", nach
Palästinenser-Attentat)
XI. 1972 Sapporo
XXI. 1976 Montreal
(28 afrikanische Länder
nehmen nicht teil)
XII. 1976 Innsbruck
XXII. 1980 Moskau
(Olympiaboykott des
Westens)
XIII. 1980 Lake Placid
XXIII. 1984 Los Angeles
(Ulrike Meyfahrt gewinnt
12 Jahre nach München
Hochsprung erneut)
XIV. 1984 Sarajevo
XXIV. 1988 Seoul
(Steffi Graf - 1. Goldmedaille
im Tennis)
XV. 1988 Calgary
XXV. 1992 Barcelona
(Vereinigtes Deutschland)
XVI. 1992 Albertville
XVII. 1994 Lillehammer
XXVI. 1996 Atlanta
(10322 Sportler aus 197
Ländern,
Bestechungsverdacht)
XVIII. 1998 Nagano
XXVII. 2000 Sydney
(Samaranch: "Die besten
Spiele der Neuzeit")
XIX. 2002 Salt Lake City
XXVIII. 2004 Athen
(Zurück zu den Wurzeln)
XX. 2006 Turin
XXIX. 2008 Beijing
(Peking -
Menschenrechte?!?)