Gedenken zum Tag der Bücherverbrennung 10. Mai 1933    

Plakette Schule ohne Rassismus
      Schmerzkörper - Verbrannte Haut

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Die Objekte sollen den Schmerz der
Unterdrückung, die Angst und die Qual
ausdrücken. Wir wollen die Darstellung
des dreigliedrigen Zusammenhangs
zwischen Gewalt- Leib- Seele in der
Gestik der Objekte ausdrücken. Zum
Formen der Objekte haben wir Draht
verwendet. Der Rupfen, den wir um den
Körper geklebt haben, soll die zerstörte
Haut darstellen. Die Löcher, die wir in den
Rupfen gebrannt haben, sollen
Einschusslöcher und andere Brandwunden
darstellen. Am häufigsten haben wir
gekrümmte Oberkörper gestaltet.
Die Objekte sind sehr zusammengezogen
und haben ein ängstliches, unterdrücktes
Aussehen. Sie wirken traurig und
geschwächt.

Zum Anbrennen der Körper haben wir
Feuerzeuge und Streichhölzer verwendet:
 
Die Zerstörung der "Haut" kostete uns zum
Teil große Überwindung.

Bei diesem Thema haben wir die Erfahrung
gemacht, dass für den Dichter das Verbrennen
seiner Bücher das Gleiche bedeutet, wie das
Verbrennen seiner Kinder: die Bücher sind
seine Kinder, seine Seele wurde zerstört
durch das Feuer.


Die Figur beschreibt das Leiden der Juden
zu Hitlers Zeiten. Die Brandstellen weisen
darauf hin, dass dieser Körper mit Feuer
gequält wurde. Man kann durch die
Stöcke, die sich im Inneren der Figur
befinden, schließen, dass selbst die
Seele unter den Qualen sehr gelitten
hat. Die Maske trägt dazu bei, dass
die Gefühle besser zur Geltung
kommen. Die Person verbindet
mit dieser Zeit schlechte
Erinnerungen. Zusammenfassend
kann man sagen, dass diese
Person in ihrem Leben sehr
viel gelitten hat.
 

 
Unsere Plastiken sollen darstellen,
wie die Juden zur Zeit des Nationalsozialismus
seelisch und körperlich gequält wurden.

 

Bei unserer Plastik sind keine Organe
mehr vorhanden.
Sie wurden ihr entrissen.
Die Füße wurden abgeschnitten.
Sie sind dort, wo sie abgeschnitten
wurden, völlig zerfetzt.
Auch die rechte Schulter ist sehr
zerfetzt, da sie dort von einer Bombe
getroffen wurde.
Die Brandflecken an der Fußwunde
weisen darauf hin, dass die
Person auch mit Feuer gequält wurde.

S c h m e r z k ö r p e r

Die gequälte Seele
Die Figur wurde körperlich wie auch
seelisch misshandelt. Sie wurde von
Familie, Freunden und Bekannten
enttäuscht und im Stich gelassen.
Von Außenstehenden wurde sie
gedemütigt. Von den Soldaten wurde
sie gequält, getreten und verstümmelt.
Sie leidet unter Hunger, Durst und Kälte.
Nach diesem Akt der grausamen
Folter an Seele und Geist vertraute sie
keinem mehr.
Die Figur wirkt auf uns, als wenn ihr in
ihrem wirklichen Leben viel Schreckliches
widerfahren wäre. Sie liegt mit dem
Bauch auf dem Boden, als wenn sie
zusammengeschlagen wurde.

Wir haben uns gedacht, dass wir die Hülle
des Menschen (Juden) zur Zeit Hitlers mit
all' ihrem Schmerz und Leiden zeigen; die
verbrannten Stellen der Haut zeigen wie viel
Schmerz sie erleiden mussten. Am Arm ist
die Haut bis auf den Grund weggebrannt.
Neben dem Loch im Bauch zeigen sich
Knochen. Das Loch im Bauch erklärt die
Leere des Menschen, die Maske im Innern
zeigt den Schmerz, der versucht zu fliehen.
Meinem Körper wurde die Identität
entzogen.

An dieser Plastik kann man
Kriegsverletzungen, von der Verbrennung
bis zur Schusswunde, sehen. Wie man
erkennen kann, wurde die Person durch
verschiedene Waffen verletzt, wie z.B.
eine Granate, die sie an der rechten
Flanke schwer verletzt hat. Am
Oberkörper sind mehrere Schusswunden
vorhanden.
Dazu kommen Verbrennungen und
Verstümmelungen. Arme und Kopf sind
abgetrennt worden. Es ist unschwer zu
erkennen, dass dieser Mensch viele
qualvolle Ereignisse miterlebt hat. Diese
Qualen waren aber nicht nur körperlich,
ein großer Teil waren psychische Leiden.
Krieg belastet nicht nur den Körper,
sondern auch den Geist. Wenn man den
Krieg überlebt, wird man ihn den Rest
seines Lebens nicht vergessen.