Leib und Seele
Die arme Seele spricht zum Leibe:
Ich lass nicht ab von dir, ich bleibe
Bei dir- Ich will mit dir versinken
In Tod und Nacht, Vernichtung trinken!
Du warst ja stets mein zweites Ich,
Das liebevoll umschlungen mich,
Als wie ein Festkleid von Satin,
Gefüttert weich mit Hermelin-
Weh mir! Jetzt soll ich gleichsam nackt,
Ganz ohne Körper, ganz abstrakt,
Hinlungern als ein selges Nichts
Dort oben in dem Reich des Lichts,
In jenen kalten Himmelshallen,
Wo schweigend die Ewigkeiten wallen
Und mich angähnen- sie klappern dabei
Langweilig mit ihren Pantoffeln von Blei
O das ist grauenhaft, o bleib,
Bleib bei mir, du geliebter Leib! |
Durch das Gedicht "Leib und Seele"
von Heinrich Heine sind wir auf das Thema "Schmerzkörper" gekommen.
Leib und Seele stehen in einer wechselseitigen Beziehung:
Was dem Körper geschieht, wirkt sich auf die Seele aus.
Was die Seele bewegt, wird in der Körperhaltung sichtbar. |