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Das Bermudadreieck
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Mythos
oder Wirklichkeit
Von
Marco St.
Klasse 10
1998/99
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Unter allen
Geheimnissen der Meere unserer Erde, ist das Geheimnis eines keilförmigen
Teils des Westatlantiks, das wahrscheinlich bekannteste und rätselhafteste.
Das berühmte Bermudadreieck "verschlang" unzählige Schiffe und
deren Besatzungen. Deshalb wird es auch oft der "düstere Meeresfriedhof"
genannt. Dieser ist das Gebiet zwischen Florida, Bermuda und Puerto Rico.
Bis heute gibt es keine Erklärung dafür, dass man nie irgendwelche
Wrackteile fand! Unzählige Theorien über das Verschwinden von ganzen
Schiffen oder Flugzeugen wurden entwickelt, eine Lösung dagegen noch
nicht gefunden. Eine Hypothese ist, dass in dem Gebiet Gravitation und
Magnetismus so stark voneinander abweichen, dass der Funkverkehr ausfällt
und Kompasse falsch ausschlagen. Andere Hypothesen sind, dass es geheimnisvolle
Strahlungen gibt, die die Schiffe in die Tiefe ziehen. Diese Strahlungen
sollen von dem versunkenen Kontinent Atlantis ausgehen. Aber auch kriegerische
Besucher aus dem Weltall wurden schon für das Verschwinden der Schiffe
verantwortlich gemacht. Der negative Ruhm des Bermudadreiecks begann
erstaunlicherweise erst 1964, als ein Zeitungsartikel beinahe irrsinniges
Interesse an dem "Meeresfriedhof" auslöste. Besonderes Engagement zeigte
der inzwischen verstorbene Ivan T. Sanderson, ein bekannter Autor auf dem
Gebiet okkulter Themen. Er behauptete; das Bermudadreieck gehöre zu
den mysteriösen, todbringenden Gebieten, die über die Erdkugel
verteilt seien sollen. Sanderson meinte, dass in diesen Gebieten ein "böser
Sog" herrsche. 1973 beschloss die Encyclopedia Brittannica, das Bermudadreieck
als Stichwort aufzunehmen, da die Vorstellung des Bermudadreiecks in der
Phantasie der Menschen fest verankert war. Ebenfalls 1973 erschien der erste
Bestseller über dieses Thema von John Wallace Spencer. Er nannte ihn
"Limbo of the Lost" (Vorhölle der Verlorenen). 1974 erschien der bislang
größte Bestseller "Das Bermuda-Dreieck" von Charles Berlitz. Doch
Lawrence D. Kusche eröffnete 1975 einen aggressiven Gegenfeldzug mit
seinem Buch "The Bermuda Triangle History - solved " (Die Geschichte des
Bermudadreiecks - gelöst). Wenn man dieses Buch gelesen hat, stellt
man sich automatisch die Frage: "Gibt es überhaupt ein Geheimnis?" Kusche
analysierte mit pedantischer Genauigkeit die Berichte über verschwundene
Schiffe und Flugzeuge von etwa 1800 an. Dabei stellte er fest, dass viele
der sogenannten unerklärlichen Fälle nie passiert waren oder es
eine Erklärung dafür gab. Für den Rest hielt er sich daran,
was auch statistisch in ähnlichen Meeresgebieten gilt. Kusche analysierte
auch einen der berühmtesten Fälle des "Meeresfriedhofs", nämlich
den der "verschwundenen Patrouille". Die herkömmliche Version der Geschichte
besagt, dass am 05. Dezember 1945 fünf, in Fort Lauderdale stationierte
Torpedobomber vom Typ Grumman Avenger bei einer Routinepatrouille verschwanden.
Besatzung und Piloten wurden als erfahrene Leute bezeichnet. Nachmittags
wurde dem Kontrollturm in Fort Lauderdale vom Flugkommandeur mitgeteilt,
dass sie sich verirrt hätten: "Wir wissen nicht, wo Westen ist. Alles
ist falsch...seltsam... Wir haben die Orientierung verloren. Sogar der Ozean
sieht fremd aus." Um 16.25 Uhr meldete eine andere Stimme dem Kontrollturm:
"Wir müssten eigentlich etwa 350 Kilometer nordöstlich vom
Stützpunkt sein. Es sieht so aus, als wären wir... ". Dann brach
der Funkkontakt ab. Sofort wurde ein mit 13 Mann besetztes Martin - Mariner
Flugboot losgeschickt. Doch auch bei diesem brach nach einigen Routinemeldungen
der Funkkontakt ab. Auch hier fand man nie irgendwelche Spuren der Bomber
oder des Flugbootes. Dass sie verschwanden war klar, doch Kusche stellte
mit Erschrecken fest, dass fast keine Einzelheiten, die in dem 400 Seiten
dicken Marinebericht standen, stimmten. Die so genannten erfahrenen Leute,
bis auf Flugkommandeur Leutnant Charles Taylor, waren tatsächlich alle
noch in der Ausbildung. Außerdem waren sie auf dieses Gebiet nicht
vorbereitet. Sogar die erwähnten Funkmeldungen hat es nie gegeben! Taylor
meldete nur, dass sein Kompass nicht funktionierte und sie sich verirrt haben.
Um ca. 20 Uhr ging den Bombern das Benzin aus und sie stürzten ab. Das
Flugboot startete um 19.27 Uhr, also nach Einbruch der Dunkelheit. Um
ungefähr 19.50 Uhr sahen Beobachter eines Dampfers, der in der Nähe
war, wie ein Flugzeug explodierte. Die Flugboote dieses Typs hatten durch
zahlreiche Unfälle einen schlechten Ruf. Manche Piloten bezeichneten
sie sogar als "fliegende Benzintanks". Für Kusche steht deshalb fest,
dass die Beobachter des Dampfers das Flugboot explodieren sahen. Der Fall
der "verschwunden Patrouille" ist äußerst sonderbar, doch sollte
Kusches Analyse stimmen, ist dieser Fall nicht als unerklärlich zu
bezeichnen. Kusche sagte über den Mythos des Bermudadreiecks: "Er bildete
sich aufgrund schlampiger Recherchen und wurde von Schriftstellern ausgearbeitet
und weitergeführt, die sich entweder absichtlich oder unwissentlich
falsche Vorstellungen, fehlerhafte Argumente und das Sensationsbedürfnis
der Leute zu Nutze machten." Dieser Ansicht ist auch die amerikanische
Küstenwache. Und Kusche meinte weiter: "Wenn Naturgewalten und menschliche
Unberechenbarkeit sich zusammentun, können sie jederzeit auch die
ausgefallensten Science-Fiction Geschichten übertreffen."
M. S.
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